Öko-Test nimmt Pils-Biere unter die Lupe

 

Rechtzeitig zur Bier-Saison führte Ökotest eine Untersuchung von Pils-Bieren durch. Insgesamt 43 verschiedene Sorten aller möglichen Erzeuger.

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Und das Ergebnis ist beruhigend, denn fast alle Biere weisen eine sehr gute oder gute Qualität auf. Lediglich einige wenige fallen aus diesem Qualitätsraster heraus.

Aber dennoch kann man auch diese Sorten mit gutem Gewissen genießen. Immerhin macht der Anteil der Pils-Biere rund 55 Prozent am gesamten Deutschen Bier-Markt aus, mehr als jedes zweite Bier ist also ein Pils.

Und damit liegt diese Variante weit vor dem Weizenbier oder dem Export.

Aber nicht nur Qualität und Zusammensetzung der Inhaltsstoffe wurden analysiert, auch der Blick auf ökologische Erzeugung und Nachhaltigkeit fand Eingang in das Testverfahren.

Denn allein sieben Biere stammen aus ökologischer Herstellung, und die Tendenz beim Bierbrauen geht eindeutig in Richtung Öko-Bier.

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Wie hat „Ökotest“ getestet?

Das meiste Gewicht lag auf der Untersuchung hinsichtlich problematischer Inhaltsstoffe. Glyphosat ist hier an erster Stelle zu nennen.

Durch die Prozesslawine gegen Monsanto und Bayer in den USA, aber auch wegen der umstrittenen Zulassungsbedingungen in der EU ist dieses Herbizid in die Schlagzeilen geraten.

Sofern sich in den getesteten Bieren Glyphosat nachweisen ließ, führte dies zu Punktabzügen.

Und wenn der Gehalt an Glyphosat derart hoch ist, dass auch die Bio-Richtlinien nicht mehr eingehalten wurden, gab es bei den betroffenen Bio-Pils-Sorten einen zusätzlichen Punktabzug.

Aber auch nach Bisphenol A wurde bei den Tests gesucht. Es könnte eventuell aus den Innenlackierungen der Bierdosen entweichen. Bisphenol A hatte in Tierversuchen eine hormonelle Wirkung und gilt ebenfalls als Problemstoff.

Weiterhin war die Keimbelastung Gegenstand der Tests. Außerdem Stammwürze, Endvergärungsgrad, Bittereinheiten und Schaumkennzahl.

Schließlich floss auch die Art der Verpackung in die Bewertung ein: Einwegverpackungen – egal ob aus Metall oder aus Glas – trugen weiter zu einer Abwertung des betroffenen Produkts bei.

Welches ist das beste Bier zum Grillen?

Eine ganze Reihe Pils-Biere schneiden im Test sehr gut ab. Ein vorherrschender Blick fällt hierbei auf das Vorhandensein von Glyphosat.

Folgende Sorten erwiesen sich als frei von diesem Stoff: Astra Urtyp, Bitburger Premium Pils, Norma-Burgkrone Premium Pilsener, Netto-Falkenfelder Premium-Pilsner, Hasseröder Premium Pils, Holsten Pilsener Premium, König Pilsener, Krombacher Pils, Leikeim Premium Pils, Licher Pilsner Premium, Mönchshof Original Pils, Neumarkter Lammsbräu Edelpils, Oettinger Pils , Paderborner Pilsener , Pinkus Pils Bioland, Riedenburger Pilsner, Rothaus Pils Tannenzäpfle, Störtebeker Übersee-Pils, Veltins Pilsner, Vogelsberger Naturburschen Bio-Pilsner, Warsteiner Premium Pilsener, Wernesgrüner Pils Legende, Wicküler Pilsener, Glossner Bräu Neumarkter Hopfengarten-Pils, Karlsberg Urpils, Karlskrone Premium Pilsener, Edeka-Ratskrone Premium Pilsener, Rewe/Penny-Turmbräu Premium Pils.

Diese Biere schnitten auch tendenziell besser ab, als die anderen. Allerdings befinden sich einige Sorten darunter, die nur ein befriedigendes Ergebnis erreichten.

Dies etwa nicht in erster Linie wegen der Inhaltsstoffe, sondern überwiegend deshalb, weil sie als Dosenbiere verkauft werden.

Bier selbst zapfen - ein unverzichtbarer Partyspaß

Viele Biere dieser Liste gibt es auch für die Bierzapfanlage. Beispielweise ist Bitburger Premium-Pils in Fässchen zu 5 Litern erhältlich.

Ebenso das Tannenzäpfle von Rothaus. Partyfässchen gibt es auch vom Warsteiner Pils oder Krombacher Pils. Und von vielen anderen auch, hier sollte man sich im Getränkemarkt informieren lassen.

Standardgröße ist hierbei die 5 Liter-Einheit, gerade richtig für die Bierzapfanlage auf der Party oder der Feier, oder für das Bier zum Grillen.

Und auch zum Bier selbst zapfen ist diese Menge ideal. Größere Gebinde werden von den meisten Biersorten eher an den gewerblichen Ausschank geliefert.

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Immer noch Glyphosat in manchen Bieren

Nach wie vor lassen sich Glyphosat-Rückstände in einigen Bieren nachweisen. Dieser Stoff wird verdächtigt, krebsauslösend zu sein.

Und da Glyphosat in erster Linie als Unkrautvernichtungsmittel bei Getreide eingesetzt wird, lässt sich vermuten, dass davon auch die Braugerste betroffen ist.

Zum ersten Mal machte das Münchner Umweltinstitut auf diesen Umstand aufmerksam, und zwar im Jahr 2016.

Das Bier hat sich seither hinsichtlich der Abwesenheit von diesem Schadstoff, und auch von anderen bedenklichen Inhaltsstoffen, verbessert.

Aber der aktuelle Test zeigt, dass das Problem letztlich noch immer geringfügig besteht. Zumindest bei einem Teil der getesteten Pils-Sorten.

Allerdings gibt Öko-Test auch gleichzeitig Entwarnung. Denn die aufgespürten Mengen an Glyphosat sind so gering, dass keinerlei Beeinträchtigung der Gesundheit zu befürchten ist.

Trotzdem wurden Biere, bei denen Glyphosat nachgewiesen wurden, im Testergebnis herabgestuft.

Bei welchen Bieren wurde Glyphosat denn nachgewiesen?

Das einzige Bier im Test, bei dem Glyphosat entdeckt wurde und das dennoch mit einer sehr guten Gesamtwertung bedacht wurde, war Beck's Pilsner.

Denn hier waren die Funde so gering, dass man bei der Analyse nur Spuren nachweisen konnte.

Bei den folgenden Marken dagegen führte der Nachweis von Glyphosat zu einer Abwertung:

Brinkhoff's No.1 Premium Pilsener, Flensburger Pilsener, Jever Pilsener, Karlsberg Urpils, Pilsener Urquell, Radeberger Pilsner, Sternburg Pilsener feinherb, 5,0 Original Pils, Tyskie Gronie Pils, Ur-Krostizer Feinherbes Pilsner, Hofmark Pils, Lidl Perlenbacher Premium Pils, Aldi-Nord Schultenbräu Premium Pilsener, Stephans Bräu Pils Premium.

Diese Sorten machen immerhin noch rund ein Drittel der getesteten Pils-Biere aus.

Klima- und Umweltschutz - zunehmend wichtigere Kriterien

Auch Umweltschutz und Nachhaltigkeit spielen im Test eine Rolle. Denn Klimaschutz genießt zunehmend mehr Bedeutung und Priorität.

Biere in Dosen sollten deshalb nicht mehr zum Einsatz kommen, denn sie sorgen für eine schlechte Klimabilanz. Und dies wurde im Test auch entsprechend berücksichtigt.

Aber nicht nur für die Umwelt sind Dosen ein Problem. Auch kann das Material der Dosen – in der Regel Aluminium oder Weißblech – im schlimmsten Fall unerwünschte Stoffe absondern.

Tendenziell waren die Ergebnisse der Biere, die in Dosen angeboten wurden, deshalb auch schlechter. Folgende Sorten sind hiervon betroffen:

Karlsberg Urpils Karlskrone Premium Pilsener, Edeka-Ratskrone Premium Pilsener, 5,0 Original Pils, Aldi-Nord Schultenbräu Premium Pilsener, Stephans Bräu Pils Premium, Rewe/Penny-Turmbräu Premium Pils.

Warum wurde bei dem Test der Geschmack nicht bewertet?

Trotz aller möglichen Einschränkungen hinsichtlich Inhaltsstoffen, Klimaneutralität und Verpackung spielt doch immer noch der Geschmack die größte Rolle.

Wer Bier selbst zapfen möchte oder die Bierzapfanlage in Betrieb nimmt will ein Bier, das einfach gut schmeckt.

Dennoch: Der Geschmack war kein Kriterium beim Ökö-Test, und dies aus gutem Grund. Bier schmeckt nicht immer gleich.

Der Geschmack hängt ab von der Lagerung, von der Temperatur und auch von der Lichtdosis.

Deshalb kann das gleiche Bier sehr unterschiedlich schmecken, je nachdem ob die Lagerung ordnungsgemäß erfolgte oder nicht.

Die Lagerung von Bieren im Supermarkt oder an Tankstellen entspricht diesen Vorgaben nicht immer, oft ist die optimale Aufbewahrung auch gar nicht möglich.

Die Öko-Tester machten auch hier den Versuch: Sie kauften das gleiche Bier an verschiedenen Orten und mussten beim Kosten feststellen, dass die Geschmäcker deutlich voneinander abwichen.

Ein Umstand, der die geschmackliche Beurteilung von Pils-Bieren deshalb nicht zulässt.

Worauf sollte man beim Kauf von Bier unbedingt achten?

Trotz einiger festgestellter Makel bei den Testergebnissen: Kaufen Sie dasjenige Bier, das Ihnen am besten schmeckt.

Die Mängel auch derjenigen Marken, die nur befriedigend abschneiden, sind letztlich so gering, dass dies nicht sehr ins Gewicht fällt.

Schonen Sie die Umwelt und kaufen Sie Bier nur in Mehrwegflaschen. Vermeiden Sie den Kauf in Dosen oder in Einwegflaschen.

Unser Klima wird es Ihnen danken.

Die Mindesthaltbarkeit sollte beim Kauf ebenfalls beachtet werden, da manche Biere bei Überlagerung geschmacklich deutlich nachlassen.

Zwar kann man Biere auch getrost nach überschrittener Mindesthaltbarkeit noch trinken, aber man hat hierbei im ungünstigsten Fall auch Einbußen beim Geschmack.

Suchen Sie sich eine Verkaufsstätte, die auch Biere aus dem regionalen Umfeld ausliefert.

Hierbei, wenn lange Transportwege vermieden werden, spielt ebenfalls der Umweltgedanke hinein.

Und in diesem Geschäft sollte die Lagerung von Bier optimal erfolgen.

Also eher dunkel und kühl.

Ein frischer leckerer Geschmack wird Sie für Ihre Mühe belohnen.