Bier selber brauen, so geht es!

 

 

Diejenigen, die sich zu den wahren Bierliebhabern zählen, sollten in jedem Falle einmal ihr Bier in Eigenregie brauen. Craft Biere liegen aktuell voll im Trend, und Bier selbst brauen hat den Vorteil, dass so ein individuelles, genau dem persönlichen Geschmack entsprechendes Craft Beer gebraut werden kann.

Zuerst sollte sich überlegt werden, und das am besten noch bevor der hauseigene Brauereiprozess gestartet wird, welche Art von Bier man überhaupt brauen möchte. Es könnte eine untergärige Biersorte werden, wie Pilsener oder Helles, oder ein obergäriges Bier wie Kölsch oder Weizen.

Wichtig ist es, hierbei zu bedenken, dass Biere, die untergärig sind, gekühlt werden müssen und auch die Zeit der Einlagerung ist hier wesentlich länger. Für Anfänger ist es deshalb ratsamer, mit dem Brauen von obergärigem Bier anzufangen.

Wer die Ehre des Bieres auch in der eigenen Hobby-Brauerei hochhalten möchte, der muss sich an dem in Deutschland geltenden Reinheitsgebot für Biere orientieren. Im Zuge dessen darf zum Brauen nur Hopfen benutzt werden.

Diesen gibt es in verschiedenen Formen, beispielsweise in Pellets. Darüber hinaus gehört in das Bier nur Wasser, Trockenhefe und Malz.

Was ergibt ein besseres Bier - Hopfenextrakt oder Hopfen?

Biere, die industriell hergestellt werden, nutzen bei der Herstellung oft den Hopfenextrakt. Hier wird das Aroma des Hopfens durch die Beigabe von flüssigem Kohlendioxid isoliert. Hobbybrauer, sowie die Hersteller von Craft Beer bevorzugen allerdings die natürliche Form des Hopfens.

Diesen gibt es entweder gepresst in praktischer Pelletsform oder als Pulver. In diesen Formen sind sie auch lange haltbar, können unkompliziert dosiert werden und sind einfach zu lagern.

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Das eigene Bier brauen: Eine Kurzanleitung

 

Für die Herstellung von circa 20 Litern Bier, werden die folgenden Zutaten und Materialien benötigt:

- Gärbebehälter mit einem Fassungsvermögen von 20 Litern

- Einmachtopf mit einem Fassungsvermögen von 20 Litern

- Wasser (20 Liter)

- geschrotetes Mal (5 Kilogramm)

- Naturhopfen (zwischen 20 und 100 Gramm)

- Trockenhefe (Zwischen 10 und 20 Gramm)

- Sieb

- um die Stammwürze zu messen eine Bierspindel

- die entsprechenden Flaschen für die Abfüllung

Um zu verhindern, dass das Bier während des Brauprozesses in irgendeiner Art verunreinigt wird, sollten alle verwendeten Materialen vor dem Brauen abgekocht werden - so haben Bakterien keine Chance, sich zu verbreiten.

Zuerst wird das Wasser auf eine Temperatur von 65 Grad erwärmt. Hinein gegeben wird dann die gesamte Menge an Malz. Dieses Gemisch sollte gut umgerührt werden und dann auf der gleichbleibenden Temperatur eine viertel Stunde lang erwärmt werden.

Anschließend folgt eine weitere viertel Stunde, während der das Wasser bei 71 Grad leicht köcheln sollte.

Dann muss 1TL Maische in eine Schale gegeben werden und hier mit ein paar Tropfen Jodlösung vermengt werden. Wenn sich diese im Anschluss gelb oder rotstichig färbt, kann die Maische anschließend auf die Temperatur von 78 erwärmt werden.

Sind 10 Minuten bei dieser Temperatur vergangen, muss die Maische abgesiebt werden. Die Flüssigkeit, die danach noch im Topf ist, muss jetzt 60 Minuten lang kochen. Nach einer halben Stunde Kochzeit, wird der Hopfen in das Wasser eingerührt.

Nach Beendigung des Kochvorganges, kommt das Filtern an die Reihe. Die so gewonnene Flüssigkeit wird in den Gärbebehälter gefüllt und dann über die Nacht abkühlen gelassen.

Danach ist die Hefe dran, diese sollte, ähnlich wie der gewonnene Sud, ungefähr Zimmertemperatur haben. Temperaturen über 25 Grad sind zu vermeiden. Die Hefe wird über dem Sud verstreut. Dort bleibt sie unberührt für circa 30 Minuten.

Anschließend wird mit Hilfe einer Kelle der Sud von unten an die Oberfläche geschöpft. So wird dieser mit ausreichend Sauerstoff versorgt.

Jetzt wird der Gärbebehälter geschlossen, allerdings so, dass noch etwas Luft zum Inhalt des Behälters gelangt. Die ideale Lagertemperatur beträgt jetzt zwischen 18 und 21 Grad Celsius. Der fortschreitende Prozess des Gärens kann alle 24 Stunden geprüft werden.

Es sollte sich anfangs eine dicke Schaumkrone bilden, die, nach Beendigung der Hauptgärung, wieder zurückgegangen sein sollte. Durch die Bierspindel muss der Gehalt an Stammwürze in regelmäßigen Abständen überprüft werden.

Wenn dieser über einige Stunden gleichbleibend ist, ist das Bier bereit für den Abfüllprozess.

Hier ist allerdings Vorsicht geboten, wenn der Alkoholgehalt des Bieres noch unter 4 Prozent liegt. In diesem Fall sollte das Abfüllen des Bieres noch etwas warten, da es sonst passieren kann, dass die Flaschen platzen.

Auch kann sich, wenn der Abfüllprozess zu früh startet, am Boden des Bieres eine Schicht aus Hefe bilden.

Hier gibt`s die Bierbrausets, klicken!

Die sogenannte Nachgärung passiert über mehrere Wochen, während das Bier schon in der Flasche ist. Bei Zimmertemperatur sollte das Bier in den ersten zehn Tagen nach der Abfüllung gelagert werden.

Die darauffolgenden zwei Wochen gehört das Bier in den Kühlschrank.

Natürlich ist dieser Prozess des eigenen Bierbrauens relativ aufwändig. Wem das zu viel ist, hat heutzutage eine große Auswahl an Craft Beer auf dem Getränkemarkt.